Einzelprojekte

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Das stadtgeschichtliche Museum Recklinghausen widmete dem bis dahin weitgehend unbekannten Kunstmaler Clemens Wolter (1875 – 1955) eine umfangreiche von Dr. Werner Koppe und Dr. Angelika Böttcher kuratierte Ausstellung. Damit wurde sein Werk erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der aus Lippramsdorf/Haltern stammende Künstler lebte in einer politisch, gesellschaftlich und künstlerisch bewegten Epoche. Sein künstlerisches Interesse aber galt der vorindustriellen Zeit, die er in seinen Bildern bewahren wollte. Seine Gemälde wirken daher fast biedermeierlich, wie aus der Zeit gefallen. Mit dem hochwertigen sehr informativen Katalog, den die Stiftung maßgeblich finanzierte, wird diesem bemerkenswerten Künstler ein Denkmal gesetzt.

Haltern am See, genauer gesagt der Silbersee II, sollte vom 08. Mai bis 27. Juni 2021 die Bühne für eine außergewöhnliche, städteübergreifende Open-Air-Ausstellung sein; coronabedingt verzögerte sich die Eröffnung leider um drei Wochen. Die Urbane Künste Ruhr präsentierte in dieser Zeit unter dem Titel Ruhr Ding: Klima die Ausstellung der Stunde, die die Erfahrungen mit der Pandemie mit künstlerischen Reflexionen zum Klimawandel verbindet. Die zumeist international tätigen Künstler beschäftigten sich kritisch mit den sozialen, ökologischen, regionalen sowie globalen Dimensionen von Klima und Klimawandel. Dies geschah mit Installationen, Skulpturen, Videoarbeiten, Performances, künstlichen Landschaften und schwimmenden Pavillons. Das Ruhr Ding: Klima zielte auf eine künstlerische Auseinandersetzung mit der von Menschen verursachten globalen Erwärmung und der gesellschaftlichen Lage, die diese Situation begleitet – als Ursache, Folge oder Reaktion. So besteht beispielsweise die Szenerie der Sandskulptur aus Lebewesen, Pflanzen und Gesteinen längst vergangener Zeiten, Resultat klimatischer Veränderungen; das lebensgroße Doppelportrait der beiden Künstlerinnen ist ein Zeichen der Vergänglichkeit, da nur aus Sand modelliert. Die Institution „Urbane Künste Ruhr“ ist Teil der Kultur Ruhr GmbH, deren Gesellschafter das Land NRW und der Regionalverband Ruhr sind. Der Ausstellungsteil am Silbersee II wurde gesponsert von der Stiftung.

Foto: Daniel Sadrowski
Foto: Daniel Sadrowski

Österreich war 2021 Gastland des Münsterland Festivals und Haltern am See war einer der vielen Austragungsorte, was die Stiftung als Förderer ermöglichte. Am 20. Oktober trat das Wiener Trio Cobario im ausverkauften Schloß Sythen auf. In dem Programmheft heißt es, diese Band sei Kult; wer dieses Konzert miterleben konnte, wird sich dieser Beurteilung gewiß anschließen. Ihre Musik berührt die Seele oder sie reißt mit. Das Trio gibt jährlich über 100 Konzerte weltweit; seit 2016 ist es offiziell im Auftrag des österreichischen Außenministeriums für weltmusikalische Verständigung unterwegs. Dem begeisterten Publikum boten diese Vollblutmusiker mit ihren Stücken einen kosmopolitischen Genre- und Stilmix. Für den tosenden Applaus und die Standing Ovations bedankten sie sich mit drei Zugaben.

Cobario_Foto

Chris Kramer ist ein begnadeter Bluesmusiker, Entertainer und Geschichtenerzähler, eigentlich ein Multitalent. Sein Instrument ist die Mundharmonika. Über sie schrieb er eine Geschichte, die er gleich auch als Musical vertonte. Dieses Familienmusical soll aber nicht nur unterhalten, es bringt auch eine Botschaft rüber: Jeder ist etwas Besonderes, in jedem steckt mehr als er glaubt. Gemeinsam mit seinen Musikern und unterstützt von vielen Schulkindern führte Kramer sein Musical „Die kleine Mundharmonika“ an zwei Nachmittagen im Oktober 2016 in der vollbesetzten Aula des Schulzentrums in Haltern am See auf. Diese beiden Aufführungen wurden von der Stiftung vor allem deswegen gesponsert, weil sie zahlreiche Kinder durch die Proben und ihre Auftritte an die Musik herangeführt haben. Weitere Informationen im Internet unter: www.diekleinemundharmonika.de

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Riesenspaß hatten ca. 630 Schüler Halterner Grundschulen, die am 29.11.2016 die beiden Aufführungen des Musikmärchens „ALLA TURCA oder Der Dirigent und sein Flaschengeist“ in der Aula des Schulzentrums erlebten. Die beiden Schauspieler Frank Dukowski und Marcell Kaiser sowie das Pindakaas Saxophon Quartett präsentierten ein heiteres Stück, in dem sie Musik und Story gekonnt miteinander verbanden. Die witzige Handlung wurde begleitet und akzentuiert durch schwungvolle Musik, die die Musiker selbst aus Kompositionen von Beethoven, Schumann, Schubert, Chick Corea, Rabih Abou-Khalil u. a. für dieses Musikmärchen arrangiert haben. Diese kindgerechte Vorstellung eröffnete dem jungen Publikum einen neuen Horizont, denn sie sahen und hörten, daß sich Orient und Okzident nicht immer fremd waren; sie erlebten die Wertschätzung unterschiedlicher Kulturen. Auch führte dieses Kindermusiktheaterstück auf spielerische Weise an die klassische Musik heran. Die Begeisterung der Kinder war enorm und gipfelte in allgemeinen Zugaberufen. Die Produktion dieses Kinderstücks, das in zahlreichen Städten zur Aufführung gelangt, wurde gefördert mit Mitteln des Landes NRW und der Kulturämter der Städte Münster und Duisburg. Die hiesigen Aufführungen ermöglichten die Stadt Haltern am See und die Stiftung.

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"Mit den Augen hören" - Eine Fotoausstellung im Römermuseum

Mit einer Fotoausstellung beging die Stiftung ihr 15-jähriges Jubiläum. Impressionen der Konzertreihe "MUSIK IM RÖMERmuseum“ zeigte diese Ausstellung, die am 30. November 2016 im LWL-Römermuseum eröffnet worden war. Zwei Halterner Fotografen, Dr. Heinz-Dieter Oelmann und Dr. Peter Schmidt, die mit ihren Kameras seit Jahren den Musikern zauberhafte Momente „ablauschten“, hatten die brillante Idee hierzu. Mit an Bord nahmen sie den Gelsenkirchener Michael Döring, der diese Konzerte seit Beginn fotografisch begleitet hat. „15 Jahre KulturStiftung Masthoff, 50 Konzerte im Römermuseum sind wahrlich ein trefflicher Grund zu feiern“, freute sich der Stifter bei der Ausstellungseröffnung vor Beginn des Konzertes.

So waren es auch die Konzertbesucher, die als erste in den Genuß der mit der Kamera verlängerten Musikerlebnisse kamen. Das Fotografen-Trio Döring / Oelmann / Schmidt hatten über viele Jahre wiederholt jede Gelegenheit wahrgenommen, diskret mit ihrer Kamera ausdrucksstarke Bilder zu „komponieren“: die Musiker abseits eines glamourösen Lächelns für die Kamera, den Moment totaler Hingabe ans Spiel, ihr Eins-Sein mit dem Instrument, höchste Konzentration, die Dynamik der Musik, die ihre Gesichtszüge widerspiegelt, die überbordende Freude über rauschenden Applaus und „standing ovations“. Eine Auswahl von 60 überwiegend großformatigen Bildern gab einen repräsentativen Überblick und einen reizvollen Einblick in diese besondere Konzertreihe. Wer sich in diese Fotomomente verguckt hatte, weil sie in seinen Ohren die Musik bestimmter Konzerte evozierten, konnte während der Ausstellung diese Fotografien erwerben und so die Stiftung finanziell fördern.

Das Fotografentrio mit Stifter
Das Fotografentrio mit Stifter
Foto: Dr. Heinz-Dieter Oelmann
Foto: Dr. Heinz-Dieter Oelmann
Foto: Dr. Peter Schmidt
Foto: Dr. Peter Schmidt
Foto: Michael A. Döring
Foto: Michael A. Döring

Einmal im Jahr findet seit 26 Jahren das „Internationale Gitarren-Festival Iserlohn“ statt. Es ist das bedeutendste Festival für klassische Gitarre in Europa. Ein Teil dieser Veranstaltung ist das Gitarrensymposium in der evangelischen Bildungsakademie „Haus Villigst“ in Schwerte. Dort werden eine Woche lang 250 Gitarrenschüler unterschiedlichen Alters und verschiedener Spielstärken aus aller Welt von Spitzengitarristen unterrichtet. Ein intensives Begleitprogramm rundet diese Seminarwoche ab. 2017 fand das Symposium in der Zeit vom 23. bis 30. Juli statt. Die Stiftung ermöglichte einem jungen Gitarrenspieler aus Haltern am See die Teilnahme an dieser anspruchsvollen Veranstaltung.

Vornehmlich sind es die Bewohner, die einer Stadt unverwechselbare Züge geben, sie lebens- und liebenswert machen. Diese Einsicht war für Eva Masthoff und Wolfgang Koehler das Motiv, ihrer Stadt eine Liebeserklärung in Buchform zu machen. Für die „Jahrgangsperlen“ haben sich 45 Menschen aus Haltern am See erinnert und geöffnet. Heitere, melancholische, spannende und berührende Geschichten über Leben und Erleben, Traum und Trauma, Anekdoten und Dönekes, Erinnerungen sowohl an die gute Zeit als auch an Schreckenstage hat Eva Masthoff nacherzählt, nachempfunden und aneinandergereiht. Nach manchen „Jahrgangsperlen“ wurde getaucht, einige lagen auf der Straße, andere auf dem Markt. Der Fotograf Wolfgang Koehler zeigt die Gesichter hinter diesen Geschichten. Es mag sein, daß sich der eine oder andere Leser in einer Geschichte wieder findet und entdeckt, wie eng die Leben und Geschichten miteinander verwoben sind. Auch das, gerade das, macht ja den Zauber einer kleinen Stadt aus.

Die Vorstellung des Buches, wofür die Stiftung den Werbeetat gerne aufgestockt hat, erfolgte am 24. August 2017 vor großem Publikum in den Räumen der Volksbank Haltern.
Die „Jahrgangsperlen“ sind als gebundene Ausgabe im OCM-Verlag, Dortmund, erschienen und im Buchhandel zum Preis von 16,50 € erhältlich: ISBN 978-3-942672-55-9

Jahrgangsperlen

Am 30. September 2017 wird das Lea-Drüppel-Theater in Haltern am See eröffnet. Dazu wurde mit großem finanziellen Aufwand und ungeheurem persönlichen Einsatz ein altes Kino umgebaut, um eine Begegnungsstätte für musik- und theaterbegeisterte Menschen zu schaffen. Dahinter steht die Idee, Jugendlichen unter professioneller Führung Musik und Bühnenspiel nahe zu bringen. Sie sollen so ihre eigenen Kräfte entdecken und Freude an kreativem Tun spielend und spielerisch entwickeln.

Die Namensgeberin gehört zu den Halterner Opfern des tragischen Flugzeugabsturzes am 24. März 2015. Lea liebte die Musik, das Schauspiel und über alles den Gesang; seit frühester Jugend wirkte sie in verschiedenen Chor- und Musicalprojekten mit. Es war ihr innigster Traum, ein eigenes Theater zu führen. Ihre Mutter Anne Drüppel verwirklicht nun mit einigen Mitstreitern und vielen Unterstützern diesen Traum ihrer Tochter. Es ist ihre Art mit ihrer Trauer positiv umzugehen und auf diese Weise das Andenken an Lea, auch stellvertretend für die anderen Opfer, zu bewahren. So kann sie nun wieder einen Regenbogen sehen im Sinne des Lebensmottos ihrer verstorbenen Tochter: „There’s no rainbow without rain.“ Gerne sponsert die Stiftung dieses großartige, wenn auch durch eine Katastrophe ausgelöste Projekt.

Das Lea-Drüppel-Theater in Haltern am See
Das Lea-Drüppel-Theater in Haltern am See

Seit 2007 lädt der Lippeverband zusammen mit seinen Partnern jährlich zum Fotowettbewerb „Foto-Expedition Lippeland“ ein. Er findet im Drei-Jahres-Turnus in jeweils drei in der Lipperegion gelegenen Städten statt. Die jeweilige Themenliste ist so aufgebaut, daß die Teilnehmer die Stadt und ihre Umgebung erkunden und auch unter anderem Blickwinkel neu erleben müssen. Dabei steht nicht die technische Perfektion der Fotos im Vordergrund, sondern die Kreativität der Fotografen. So geht es z. B. um die kreative Umsetzung von Themen wie: „Lippe-Traum“, „Auf den Spuren der Römer“ oder „Typisch mein Haltern“. Die Gewinner erhalten Geldpreise in Höhe von insgesamt 3.000,00 €. Im September 2018 wurde dieser originelle Wettbewerb, den die Stiftung erneut finanziell unterstützte, zum zweiten Mal in Haltern am See mit wieder sehr großer Resonanz durchgeführt.

Die Verleihung der Preise fand am 19. Dezember 2018 in der Aula des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See statt.

Foto-Expedition_LL_2018

In der Schauburg in Gelsenkirchen fand am 7. Oktober 2018 die Premiere eines ungewöhnlichen Films statt. Dieser Film ist deswegen so ungewöhnlich, weil er das Kino selbst, genauer gesagt die Kinokultur im Ruhrgebiet, zum Thema hat. Seit über 100 Jahren gibt es hier Kinos; in den 1950er Jahren waren es über 500, heute sind es nur noch ca. 50. Sie bildeten einen festen Bestandteil der Alltagskultur und boten vielen Generationen Unterhaltung, Zerstreuung und Information. Trotz enormer technischer Veränderungen ist aber die Magie des Kinos bis heute geblieben: ein kollektives Seherlebnis in einem verdunkelten Raum. Der Dokumentarfilm „HEIMATKINO“ führt durch die Geschichte der Filmtheater und vermittelt diese besondere Faszination des Kinoerlebnisses. Er wurde i. A. des LWL-Medienzentrums von der Firma „Benda Film“ produziert. Das Ergebnis ist eine wahre Liebeserklärung an das Kino als kultureller Ort. Da es in Haltern, das ja seit 1929 politisch zum Ruhrgebiet gehört, bis in die 1960er Jahre hinein zwei große Lichtspielhäuser gab, konnte die Stiftung dieses schöne Projekt sponsern.

Der russische Komponist Grigori S. Frid schuf 1972 eine Kammeroper auf der Grundlage des Tagebuchs von Anne Frank. Der junge Regisseur Ruben Michael inszenierte diese Monooper für das Lea-Drüppel Theater und bot mit der Premiere am 20. Oktober 2018 eine beeindruckende und packende Aufführung. Die Sopranistin Paula Rohde verkörperte dabei ebenso eindringlich wie glaubwürdig die Emotionen, Sehnsüchte und Ängste der 13jährigen Anne.

Diese erste eigene Opernproduktion wurde von der Stiftung großzügig gefördert.

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Im Februar 2019 konnten ca. 800 Grundschulkinder in zwei Vorstelllungen in der Aula des Schulzentrums die „Zauberhafte Welt des Herrn Alexander“ erleben. Akteure dieses Musiktheaters waren das Pindakaas Saxophon Quartett und der Schauspieler Frank Dukowski. Ihr Projekt nennt sich „Klassik für Kids“ und umfaßt mehrere Stücke. In etwa 60 Schulvorstellungen jährlich wird Kindern im Grundschulalter klassische Musik spielerisch nähergebracht. In diesem Stück geht es um den berühmtesten Zauberkünstler des 19. Jahrhunderts, den 1819 in Münster geborenen Alexander Heimbürger. Unter seinem Künstlernamen „Herr Alexander“ bereiste dieser 10 Jahre lang Nord- und Südamerika; er trat selbst im Weißen Haus und im Kaiserpalast von Brasilien auf. Neben der Handlung war natürlich ganz wichtig die Musik von Schumann, Debussy, Dvořák, Villa-Lobos sowie Songs der Beatles. Die Stiftung hat diese von der Stadt Haltern organisierte Veranstaltung gerne finanziell gefördert.

Herr_Alexander_Pressefoto
Silbersee

Am 04.09.2019 enthüllten die Bürgermeister der Städte Haltern am See und Dülmen in einer Feierstunde eine Gedenktafel in Form eines Landschaftsfensters. Es befindet sich am Ufer eines ehemaligen Baggersees, der heute als Badesee (Silbersee II) genutzt wird. Bis vor 100 Jahren existierte auf diesem Areal von ca. 50 Hektar ein Kriegsgefangenenlager, das zu Beginn des ersten Weltkrieges errichtet worden war. Dieses Lager war eine Stadt in sich; so gab es sogar ein Theater mit 600 Plätzen, ein Orchester und eine Bücherei. Bis zu 10.000 Gefangene wurden hier zeitweilig untergebracht, die als Arbeitskräfte in den umliegenden Industriebetrieben eingesetzt worden waren. Dieses Landschaftsfenster soll nicht nur an den schrecklichen Ersten Weltkrieg erinnern, sondern auch bewußt machen, daß es immer noch in der Welt Kriegsgefangenenlager gibt.

Die Stiftung hat sich an der Finanzierung dieses Mahnmals beteiligt.

Das hat es auf Schloß Sythen noch nicht gegeben! Vier Jazz-Musiker aus vier Nationen boten im Rahmen des Münsterland Festivals am 08.11.2019 ein Konzert, das die Zuhörer förmlich mitriß; deren überschäumende Spielfreude steckte das Publikum geradezu an. Es herrschte eine Bombenstimmung im bis zum letzten Platz besetzten Saal. Musikalische Überraschungen und viel Abwechslung bot das münsterländisch-griechisch-georgisch-isländische Quartett. Christian Kappe, Athina Kontou, Reso Kiknadze und Kristján Tryggvi Martinsson stellten die jeweils von ihnen ausgesuchten Stücke vor und erläuterten die musikalischen Einflüsse ihrer Heimat. So wurde dieser Konzertabend zu einer einmaligen Klangreise durch vier Nationen. Als Kooperationspartner des Münsterland Festivals hat die Stiftung dieses tolle Konzert natürlich gesponsort.

MSFQ_2019_Sythen

Auch das Lea-Drüppel-Theater mußte Mitte März 2020 eine Corona-Zwangspause einlegen. Zu dieser Zeit befand sich das „Junge Ensemble“ in den Intensivproben für ihre Eigenproduktion „Momo? Greta? Wir!“; die beiden Kindergruppen „Story Kids“ und „Schnupperbühne“ standen unmittelbar vor ihrer Abschlußpräsentation. Doch eine Unterbrechung der Proben bis zum ungewissen Ende der Pandemie kam für alle Beteiligten nicht in Betracht. Man besann sich der digitalen Möglichkeiten und probte seitdem online. Diese Online-Proben fanden unter Beteiligung von Theaterpädagogen und Coaches im Bereich Schauspiel, Tanz und Gesang statt. Auf diese Weise ist nicht nur eine gewisse Kontinuität der Proben gewährleistet, sondern es ermöglicht auch den kreativen Austausch innerhalb der Gemeinschaft, denn „Theater ist Gemeinschaft“. Dies verursacht natürlich nicht unerhebliche Kosten, woran sich die Stiftung gerne beteiligte, da das Theater z. Zt. ja keine Einnahmen erzielen kann. Die Kinder und Jugendlichen freuen sich darauf, hoffentlich bald wieder vor Publikum spielen zu können.

Rolf Behlert, Autor und Maler mit der Kamera, hat seine jahrzehntelangen Begegnungen auf Augenhöhe mit der Natur in einem Bildband gebündelt: die stille Schönheit des südlichen Münsterlandes, die Region um Haltern am See zwischen Dorsten, Dülmen und Recklinghausen mit ihren Seen, Moor- und Heidelandschaften. Die einfühlsamen, von einer großen Nähe zur Natur zeugenden, kenntnisreichen Texte vertiefen die Aussage seiner (ca. 150) Bilder. Ob Flora und Fauna im Naturpark Hohe Mark rund um die Halterner Seenplatte oder das Naturschutzgebiet Westruper Heide, was immer Behlert in besonderen Augenblicken des Schauens mit seiner Kamera eingefangen hat, ist eine einzige Liebeserklärung an seine heimische Naturlandschaft. Lassen Sie sich entführen! Gemeinsam mit der Volksbank Südmünsterland-Mitte e. G. unterstützte die Stiftung die Herausgabe dieses großartigen und begeisternden Sachbuches bzw. Bildbandes.

Damwerth Verlag, Münster & Rolf Behlert, Haltern am See, 1. Auflage, Münster 2020, ISBN 978-3-937183-31-0, 152 Seiten, mehr als 150 Fotos, 24,90 Euro

Rolf Behlert

"Pure Lebensfreude"

...so stellte es treffend eine Besucherin nach dem restlos ausverkauften Konzert am 16. Sept. 2012 im Schloss Sythen fest. In lebhaftem Kontakt zum Publikum entführte Karin Zimny mit ihrem Ensemble Tangolé die Zuhörer in die einzigartige Welt des Tangos. Das Quartett ließ den geheimnisvollen Zauber dieser Musik entstehen, in der sich Melancholie, Leidenschaft und Zärtlichkeit verbinden. Charmant und humorvoll, feurig und kühl zogen die Musiker ihr Publikum in ihren Bann und verführten es zum Schwelgen, Träumen und Erinnern; der Duft von Schellack schien durch den Raum zu wehen. Mit begeistertem Applaus dankten die Zuhörer für dieses besondere Musikvergnügen.

Tangokonzert am 16. September 2012 auf Schlosss Sythen

Karin Zimny (Vocal), Ruthilde Holzenkamp (Akkordeon), Andreas Privou (Piano) und Norbert Hotz (Kontrabass)



Veranstalter: Kulturstiftung Masthoff

Der Schachverein Königsspringer Haltern am See e.V. feierte im Jahre 2012 sein fünfzigjähriges Bestehen. Dies war der Anlass für eine sehr bemerkenswerte Ausstellung in der Stadtbücherei Haltern in der Zeit von November 2012 bis März 2013. Zu dieser Ausstellung erschien ein reich illustriertes Begleitbuch mit einem Umfang von 170 Seiten, worin das weite Thema Schach in neun Beiträgen unter verschiedenen Aspekten behandelt wird. Dieses inhaltlich reiche und auch schöne Buch Halterner Schachspiegeleien förderte die Stiftung finanziell. Ausstellung und Buch sind in der Schachwelt mit großem Lob bedacht worden: Ken Whyld Association for the Bibliography and History of Chess.

schachspiegeleien_buchcover

Im Dezember 2012 veröffentlichte Helmut Achterfeld sein Buch Wir Kinder am Bahndamm. Was er bescheiden als Kindheitserinnerungen beschreibt, ist in Wirklichkeit eine Chronik des Bereichs rund um den Bahnhof von der Recklinghäuser Straße bis hin zum Annaberg während der Zeit zwischen den späten 30er und den frühen 50er Jahren. Als damaliger Bewohner des „Negerdorfes“ war er mitten drin. Als Zeitzeuge schuf der Autor ein für die Halterner Stadtgeschichte wichtiges Dokument. Die Stiftung beteiligte sich an den Kosten dieses Buches, das auf seinen 180 Seiten zahlreiche historische Aufnahmen enthält.

Achterfeld
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Im November 2013 stellte die Autorin Dr. Ulrike Migdal in einer gemeinsam mit der Stadtbücherei Haltern am See veranstalteten Matinee ihr Buch „Ilse Weber – Wann wohl das Leid ein Ende hat“ vor. Es war eigentlich eine Lesung, aber mehr noch eine ergreifende und packende Darstellung des Schicksals von Ilse Weber. Diese tschechische Schriftstellerin (geb. 1903 – gest. 1944) schrieb Kinderbücher, kleine Theaterstücke und Hörspiele für Kinder. Im Februar 1942 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie als Oberschwester in der Kinderkrankenstube arbeitete. Sie verfasste hier 76 äußerst berührenden Gedichte und Lieder; berühmt wurde: „Ich wandre durch Theresienstadt“. Diese Gedichte vermochten ihre Mitgefangenen aufzurichten und ihnen Mut zu machen. Durch eine Verkettung vieler Zufälle wurden auch ihre Briefe gefunden, worin die deutschsprachige Jüdin ihr Leben in Mähren und den Terror des Nationalsozialismus eindrucksvoll schildert. In einem ausführlichen Nachwort zeichnet Migdal die Lebensgeschichte Ilse Webers nach.

Ulrike Migdal thematisiert seit vielen Jahren in ihren Büchern die Unmenschlichkeit des nationalsozialistischen Systems anhand von Einzelschicksalen. Die freie Schriftstellerin studierte zunächst Philosophie, Geschichte und Musik. Nach der Promotion 1979 erhielt sie Forschungs- und Lehraufträge in Deutschland und New York. Ihre Gedichte, Erzählungen, Essays, Hörspiele und Theaterstücke wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter der Politik- und Kultur-Journalistenpreis des Deutschen Kulturrats.

Gerne hat die Stiftung die Basisfinanzierung für ein fabelhaftes Buchprojekt der Volkshochschule Dülmen – Haltern am See – Havixbeck übernommen. Zusätzlich hat Eva Masthoff zahlreiche Firmen, Geschäftsleute und Privatpersonen als Sponsoren gewinnen können. Die Rede ist natürlich von dem illustrierten Lesebuch zum 725jährigen Stadtjubiläum: Schenk deiner Stadt eine Geschichte. Es ist ein „ Muss“ für alle, die Haltern lieben, ob sie dort leben oder in die Ferne gezogen sind. 27 Autoren erinnern darin an die „gute alte Zeit“, erzählen aber auch Geschichten von heute, schreibt doch das „Heute“ Geschichte von Morgen.
„Die Bandbreite der bearbeiteten Themen ist unglaublich vielfältig“, schreibt Tanja Steinhaus, Leiterin der VHS in ihrem Brief „Liebes Haltern am See“ (statt eines Vorwortes): „Es sind Geschichten über das Ankommen und Heimkommen, Geschichten über besondere Begegnungen und historische Ereignisse. Es sind nachdenkliche und anrührende, es sind spannende und heitere Texte. Es sind fiktive Erzählungen und Kurzgeschichten, Briefe, Gespräche, autobiographische Texte, Dokumentationen und Gedichte. Es geht um die Verbundenheit der Menschen mit- und untereinander, um Freundschaft und Zuneigung, aber auch um Umweltentwicklungen, Krieg und Fußball, um Städtepartnerschaften, Chöre und Doppelkopfrunden, um Männer aus Pappmaché, Bauernschaften und eben ... besoffene Schweine.“ Nirgendwo auch nur eine Spur von Heimattümelei.
Das aufwendig gestaltete Buch mit dem Titelbild von Wolfgang Koehler in einer Auflage von 800 Exemplaren ist mit seinem symbolischen Preis von 725 Cent verkauft worden. Am 18. Mai 2014 wurde das Buch von Tanja Steinhaus und der Projektleiterin Irene Stock als kollektives Geburtstagsgeschenk im Rahmen einer feierlichen Matinée Bürgermeister Bodo Klimpel überreicht.

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Foto: Heinrich Stock
Foto: Heinrich Stock

Die von den Stadtarchiven der Partnerstädte Recklinghausen und Douai im Gedenkjahr 2014 konzipierte und erarbeitete Ausstellung mit dem Titel „Kriegszustand/Jours de Guerre“ demonstrierte auf lokaler Ebene, daß man sich jetzt gemeinsam einer Epoche erinnern kann, in der sich die Staaten Frankreich und Deutschland „erblich“ verfeindet gegenüber standen. Die Ausstellung zeigt nicht den Kriegsverlauf, sondern den Kriegsalltag, die Kriegswahrnehmung und die Schicksale der Soldaten und Zivilisten in diesen beiden Städten. Für die Kuratoren Dr. Matthias Kordes und seine französische Kollegin Pascale Bréemersch war es ein Anliegen, die unterschiedliche nationale Erinnerungskultur und die völlig andere Situation der beiden Städte im Ersten Weltkrieg deutlich zu machen und dadurch zu einem gemeinsamen europäischen Gedenken an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ beizutragen. Diese Ausstellung, die in unveränderter Form zunächst in Recklinghausen und anschließend in Douai präsentiert wurde, ist ein deutliches Zeichen der Verbundenheit auf dem Fundament der deutsch-französischen Freundschaft. Die Bedeutung dieses Kooperationsprojektes macht die Tatsache deutlich, daß sie in Frankreich Teil der staatlichen Mission Centenaire 14–18 ist. Ein aufwendiger zweisprachiger Katalog begleitet diese außergewöhnliche Ausstellung. Gerne hat sich daher die Stiftung an den Kosten dieses grenzüberschreitenden Geschichtsprojektes beteiligt.

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Die aus Haltern am See stammende Sarah Zagefka absolvierte ihr Studium der Malerei bei Prof. Karin Kneffel an der Akademie der Bildenden Künste in München. Als deren Meisterschülerin schloß sie ihre Ausbildung 2014 mit dem Diplom ab. Ihre Examensausstellung zeichnete das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst mit dem Debütantenpreis aus. Auf dieser Ausstellung basiert ein qualitativ hochwertiger Katalog, dessen Druck die Stiftung finanziell unterstützte. Er gibt einen Überblick über das bisherige Schaffen dieser Malerin, die sich auch bereits in zahlreichen Ausstellungen präsentieren konnte. Die Abbildungen machen deutlich, worum es der Künstlerin geht: sie sucht das Unsichtbare hinter dem vermeintlich Offensichtlichen; zu dieser Suche lädt auch der Katalog den Betrachter ein. Zagefka stellt eine „subjektiv wahrgenommene Realität“ dar, wie sie ihr künstlerisches Wirken selbst beschreibt.

Sarah Zagefka

Zum ersten Mal fand in Haltern am See die „Foto-Expedition Lippeland“ statt. Der Lippeverband veranstaltet seit dem Jahre 2007 gemeinsam mit verschiedenen, an der Lippe gelegenen Städten und deren Volkshochschulen diesen offenen Fotowettbewerb. Ziel dieser Wettbewerbe ist es, die teilnehmenden Fotografen zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Fluß- Stadtlandschaft an der Lippe anzuregen. Dabei sollen sie auf ihrer Motivjagd die unaufdringliche Schönheit dieses Landschaftsraumes entdecken und mit der Kamera malen. Der Wettbewerb soll die Teilnehmer zur Spurensuche veranlassen, wobei nicht technische Perfektion, sondern Kreativität und Entdeckerfreude im Vordergrund stehen. Die Fotografen erhielten am Wettbewerbstag eine Liste mit 18 Themen, wozu jeweils ein Foto geschossen werden mußte. Diese Themen waren so gewählt, daß der Wettbewerbstag für die Teilnehmer zu einem Tag der Entdeckungen wurde. An dem Fotowettbewerb in Haltern am See nahmen 168 Fotografen im Alter von 12 bis 69 Jahren teil. Mit einer derartig großen Teilnehmerzahl hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Gerne hat die Stiftung dieses tolle Projekt finanziell unterstützt.

Foto: privat
Foto: privat
Foto: privat
Foto: privat
Foto: privat
Foto: privat
Foto: Jürgen Wolter
Foto: Jürgen Wolter
Foto: Jürgen Wolter
Foto: Jürgen Wolter
Foto: Jürgen Wolter
Foto: Jürgen Wolter
Foto: Jürgen Wolter
Foto: Jürgen Wolter

Orgelmusik auf höchstem Niveau erklang am 25. September 2015 in der St. Sixtus-Pfarrkirche. Clemens Ganz, ehemaliger Domorganist am Kölner Dom und Professor für Orgel und Orgelimprovisation an der Musikhochschule Köln, entlockte der Euler-Orgel Klänge, die so nicht häufig in dieser Kirche zu hören sind. So bot sich den Konzertbesuchern die Gelegenheit, das breite Klangspektrum dieser Orgel mit ihrer reichen Palette von Klangfarben zu erleben. Der international renommierte Organist spielte ein breitgefächertes Programm, das von Bach (natürlich!) bis Zsolt Gárdonyi reichte; dessen an Jazz erinnerndes Stück Mozart Change interpretierte er einfach mitreißend.
Die Stiftung veranstaltete dieses Konzert in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde St. Sixtus und Herrn Herbert Albers.

Die Reduzierung von Kosten durch Verlagerung der Produktion ins Ausland ist - wie auch in Haltern am See - ein aktuelles Thema. Mit den menschlichen Auswirkungen dieser wirtschaftlichen Zauberformel befaßt sich das Theaterstück "Schöne Eine Welt", das die Berliner Compagnie am 11. Oktober 2007 in der Aula des Schulzentrums aufführte. Dieses Projekt des "Eine-Welt-Kreises" förderte die Stiftung finanziell.

Im Dezember 2007 veröffentlichte Agnes von Kopp-Colomb ein Buch mit dem Titel "Mien Hölwker Land". In dieser umfangreichen, reich bebilderten Chronik erzählt die Autorin von Land und Leuten, Sagen und Bräuchen, Höfen und Häusern in der Absicht, die Vergangenheit der Ortschaft Holtwick dem Vergessen zu entreißen, und setzte damit ihrer Wahlheimat ein bleibendes Denkmal. Dieses sorgfältig recherchierte Heimatbuch ist in der Tat "eine literarische Liebeserklärung an Holtwick", wie es in dem Vorwort heißt. Gerne hat daher die Stiftung zusammen mit weiteren Förderern die Herausgabe des Buches finanziell unterstützt.

Das erste Ereignis von europäischer Bedeutung in unserer Region war die Varusschlacht. Der Erfolgsautor Thomas R.P. Mielke hat mit Blick auf den zweitausendsten Jahrestag dieses Desasters für das römische Imperium den ebenso unterhaltsamen wie spannenden Roman „Die Varus-Legende“ geschrieben. Sein Buch ist geprägt von historischem Respekt und menschlichem Interesse für den Mann, dessen Name die militärische Katastrophe trägt. Im November 2008 stellte Mielke seinen historischen Roman in einer Lesung auf Einladung der Stiftung und der Stadtbücherei vor.

Der Lippramsdorfer Willi Husmann veröffentlichte im Ardey-Verlag sein Buch „Van’t Höltken op’t Stöcksken“. Es handelt sich hierbei um eine Sammlung von 460 Sprichwörtern und Redensarten in plattdeutscher Sprache. Diese erläutert der Autor, erspürt ihren Hintersinn und erforscht ihren Ursprung (natürlich in Hochdeutsch). Das von dem Künstler Andreas Raub humorvoll illustrierte Werk liest man „vull Plaseer“. Ein Druckkostenzuschuß der Stiftung ermöglichte diese Veröffentlichung.

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Geliebte Städte wie Mainz, Münster, Lüdinghausen, Paderborn, Nürnberg, Siegen oder Kaufbeuren haben eins. Seit Oktober 2009 hat auch Haltern am See ein bronzenes Stadtmodell. Kein Geringerer als der unweit von Soest lebende Bildhauer und Objektdesigner Egbert Broerken hat es geschaffen. Er widmet sich inzwischen ausschließlich der Fertigung von Blinden-Tastmodellen, nachdem er zwei Jahrzehnte eine erfolgreiche Hochschullehrertätigkeit an der Fachhochschule für Design in Dortmund ausgeübt hatte. Die optimale Tastbarkeit seiner Bronzemodelle und Erläuterungen in filigraner Brailleschrift hat Broerken sich gemeinsam mit Lehrern und Schülern der Westfälischen Blindenschule in Soest in zahlreichen Versuchen erarbeitet. Das Alte Rathaus, die St. Sixtus Wallfahrtskirche, der trutzige Siebenteufelsturm, verwinkelte Gassen, schöne alte Fassaden und Fachwerkhäuser sind modelliert worden - als Bronze gewordene Stadtgeschichte: Halterns mittelalterlicher Kern zum (Be)Greifen nah….

Bürger, Besucher, Kinder und allen voran Blinde und Sehbehinderte sollen sehend-tastend oder tastend mit den Fingern sehend der Spur des Labyrinths verwinkelter Gassen und stiller Winkel folgen. Mit den Händen besehen, wird der mittelalterliche Kern der Stadt Haltern mit seinen architektonischen, historischen und touristischen Kleinoden lebendig und erlebbar. Eine spannende Erfahrung, die den Betrachter mit einem neuen Fingerspitzengefühl für die Schönheit und die Dimensionen unserer Stadt belohnt.

Das Tastmodell ist ein Gemeinschaftsprojekt des Rotary Club Haltern am See, der KulturStiftung Masthoff und des Vereins für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern am See.

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Am 24. September 2011 bestand die Stiftung zehn Jahre; ein guter Grund zum Feiern und Mitfeiern für Halterner Bürger. Sozusagen mit Pauken und Trompeten fand auf dem Marktplatz bei schönstem Wetter ein Konzert für alle statt. In diesem Fall mit dem Pindakaas Saxophon Quartett. „Air“leben konnten die Passanten, wie dem Geburtstagskind mit einem gute Laune machenden Programm ein Ständchen gebracht und damit gleichzeitig Spendern, Freunden und Förderern der Stiftung gedankt wurde.
Gemeinsam Musik entdecken und erfahren, das hat einen nachhaltigen Erlebniswert, weshalb Musik - Kammerkonzerte im Römermuseum und Gitarrentage auf Schloss Sythen - ein wichtiger Tätigkeitsschwerpunkt der Stiftung ist.

Unweit von dem Blindentastmodell des Stifter-Trios, Rotary Club Haltern am See, KulturStiftung Masthoff und Verein für Altertumskunde und Heimatpflege, hat Pindakaas einen Samstagvormittag lang mit seiner mitreißenden Musik und unbändigen Spielfreude begeistert. Das Quartett feiert in dieser Spielzeit sein 20-jähriges Bühnenjubiläum. Seit seiner Gründung überzeugte es in unzähligen Kammer- und Kirchenkonzerte, gab legendäre Auftritte bei Musikfestivals und spielte bisher sieben CDs ein. Mit Ihrem Programm „Brause“ präsentierten die vier Musiker (Dr. Matthias Schröder, Anja Heix, Guido Grospietsch und Marcin Langer) frisch und originell arrangierte Jazzklassiker und Evergreens aus Pop und Filmmusik von Glenn Miller, den Comedian Harmonists, Henry Mancini bis zu Queen und den Beatles.

Der durch das Musikerlebnis geförderte Durst und Hunger konnte mit Bier und Janson‘s sensationellen Reibeplätzchen mit Apfelmus gestillt werden. Oder man genoss die Musik und beobachtete das muntere Treiben von den beiden Eiscafes aus.
Selbst Varus, Spurenleger zu Halterns römischer Vergangenheit, hatte sich für den Geburtstag in Schale geworfen; er glänzt durch aufgefrischte Rangabzeichen.

Als ihr erstes Projekt stellte die Stiftung der Stadt Haltern am See eine 2,40 m große, 650 kg schwere Bronzeplastik als Dauerleihgabe zur Verfügung, womit einem der bekanntesten Verlierer der Weltgeschichte ein Denkmal gesetzt wird. In Anwesenheit der Stellvertretenden Bürgermeisterin Ursula Kelders wurde die Statue am 20.September 2003 im Rahmen einer kleinen Feier der Öffentlichkeit übergeben.
Dieses Kunstwerk wurde von dem renommierten Bildhauer Dr. Wilfried Koch im Auftrag der Stiftung geschaffen; es befindet sich im v. Galen Park. Dargestellt wird der römische Feldherr Varus in dem dramatischen Moment, da er seine katastrophale Niederlage erkennt und den Verrat durch seinen Freund Arminius begreift, der ihn in einen Hinterhalt gelockt hatte. Varus hatte die höchsten Funktionen im römischen Reich bekleidet. Es wurde also ein hoch angesehener und fähiger Mann damit beauftragt, Nordgermanien als römische Provinz zu etablieren. Seine Niederlage in der nach ihm benannten Schlacht beruht nicht auf Unvermögen, sondern auf einem Vertrauens- und Vertragsbruch sowie auf Hinterlist. Ein auf diese Weise Gescheiterter verdient Sympathie und Respekt, denn in jeder Niederlage liegt eine Würde, die dem Sieg kaum gebührt. "Gerades Scheitern steht höher als ein krummer Sieg." (Sophokles) Es ist dem Bildhauer in großartiger Weise gelungen, die Würde dieses Gescheiterten, aber auch seine Verachtung künstlerisch auszudrücken. Seine Intention hat er in dem Text auf der Bodenplatte, die sich vor der Statue befindet, so formuliert:

Der gescheiterte Varus

Publius Quinctilius Varus erlitt als Oberbefehlshaber der römischen Truppen in der Schlacht des Jahres 9 n. Chr. eine schmachvolle Niederlage. Sieger war der Cheruskerfürst Arminius. Als Anführer germanischer Hilfstruppen und Angehöriger des römischen Adels besaß er das besondere Vertrauen des Varus. Deshalb kommt seine Verschwörung gegen Rom einem Verrat gleich. Nicht nur die militärische Katastrophe, sondern auch der verachtenswerte Grund des Scheiterns an seiner historischen Aufgabe veranlassten Varus, sich selbst zu töten.
Durch den Untergang der römischen Vormachtstellung östlich des Rheins blieben die Germanen für Jahrhunderte von der hochentwickelten römischen Kultur ausgeschlossen.

Varus Denkmal der Kulturstiftung Masthoff in Haltern

Eine zweckgebundene Spende des Vereins Haltern aktiv e.V. machte die Anschaffung der Beleuchtungsanlage möglich, sodass die Varusplastik zu jeder Zeit ins rechte Licht gerückt wird. Den richtigen Rahmen erhält der kleine Platz durch die schöne Eibenhecke, die der Verein der Freunde und Förderer des Westfälischen Römermuseums Haltern e.V. pflanzen ließ.

Das Varus-Denkmal inspirierte den Lyriker Paul Vogel zu diesen Zeilen:

breitbeinig
nach kriegerart
abgerissen und geschlagen
erhobenen hauptes doch
so steht er da
der stolze Römer
am eingang zum bürgerpark
mit leeren händen
und seine verlorenen
legionen beklagend
in seinem blick
die zukunft
keine
der rosigen art

Der Schriftsteller Josef Lehmkuhl legt in seinem Buch Die Schild-Bürger von Haltern am See (Erfurt, 2011) dem römischen Feldherrn Varus diese Worte in den Mund:
„Mensch Arminius, warum hast du mich und meine Soldaten so hintergangen, warum hast du nicht mit uns kooperiert, warum hast du dein Volk so ins Unglück gestürzt, in ein tiefes Mittelalter? Alles hätte so gut laufen können, ganz Germanien wäre römisch geworden, in Aliso an der Lupia hätten wir ein zweites Rom gebaut, Augusta Westfalica hätte man die Stadt genannt, sie hätte in 2000 Jahren noch zu meinem und zu deinem Ruhme als Hauptstadt Germaniens gestanden. Nun steh ich hier in Bronze auf einem Sockel, mit ungläubigem Blick auf einen Teufelsturm, mit übergroßen Händen und zerfetztem Gewande, als der berühmteste Verlierer der Weltgeschichte und angeblich gescheitert. Dabei bist ja vor allem du, Arminius, gescheitert, und hast dieser schönen Stadt, die sich heute Haltern nennt, die Zukunft als überragende Römerstadt vermasselt.
Mensch, Arminius, du Versager!“

Die Stiftung ist an einem Internetprojekt beteiligt, dass das Kultursekretariat NRW Gütersloh verwirklicht hat. In einer virtuellen Galerie werden Künstler aus NRW vorgestellt, so auch der Halterner Peter Thomas.

Die Zeit nach dem Ende der römischen Expansionsbestrebungen war Gegenstand der Ausstellung "Fundorte" im Westfälischen Römermuseum von Juli bis November 2002. Die Stiftung finanzierte den Ausstellungskatalog.

Zu unterschiedlichen Themen werden mit Exlibris Ausstellungen in Halterner Geschäften ausgeführt.

Der französischen Kupferstecherin Claire Hénault wurde aus Anlass des Jubiläums des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages eine Ausstellung in der Stadtbücherei gewidmet.

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Die Stiftung schenkte dem Joseph-König-Gymnasium eine bronzene Gedenktafel, die an seinen Namensgeber erinnert.

Im Frühjahr 2004 schrieb die Stiftung einen Fotowettbewerb zum Thema „Blickfang Varus“ aus, an dem sich 25 Fotografen beteiligten. Der fotografische Beitrag musste einen erkennbaren Bezug zu der Skulptur im Kardinal-von-Galen-Park haben, wobei alle Techniken zugelassen waren. Der Wettbewerb war ein Aufruf, den Feldherrn, den Menschen Varus aus extremen, überraschenden oder schalkhaften Blickwinkeln zu sehen. Die Preissumme betrug 1.200 Euro. Am 17.06.2004 trafen die drei Jurymitglieder Reinhard Hellrung, Jürgen Metzendorf und Franz Schrief ihre Entscheidung; anhand der 64 eingereichten fotografischen Beiträge zeichneten sie diese sechs Preisträger aus:

  1. Dr. Hans Jadamus, Marl
  2. Marco Hilgers, Mönchengladbach
  3. Maaike Thomas, Haltern am See
  4. Dr. Ulrich Giewald, Haltern am See
  5. Blanka Thieme-Dietel, Haltern am See
  6. Bernd Hübner, Marl

In der Bildergalerie werden die prämierten Fotos und eine Auswahl der übrigen Wettbewerbsbeiträge vorgestellt, wobei die Reihenfolge keine Rangfolge bedeutet.

Sämtliche Beiträge des Fotowettbewerbs zum Thema „Blickfang Varus“ wurden in einer Ausstellung im Westfälischen Römermuseum in der Zeit vom 14.10. bis 07.11.2004 präsentiert. So konnten die Besucher ihr eigenes Urteil mit der Entscheidung der Jury vergleichen. Zur Ausstellung erschien ein Katalog, in dem jeder Teilnehmer des Wettbewerbs mit mindestens einem Foto vertreten ist.

In der Zeit vom 21. November 2004 bis zum 19. Februar 2005 fand in der Stadtbücherei Haltern eine Ausstellung statt unter dem Thema "Die Suche nach Eugen König - Fragmente". In dieser Ausstellung wurden 61 bisher noch nie öffentlich gezeigte Werke des nahezu unbekannten westfälischen Künstlers Eugen König gezeigt. Begleitend wurde ein von Eva Masthoff verfaßter, reich bebilderter Katalog mit biographischen Zügen von der Stiftung herausgegeben.

In der Zeit vom 21.05. bis 28.08.2005 wurden im LWL-Römermuseum "Die letzten Stunden von Herculaneum" rekonstruiert. Damit wurde in Haltern am See erstmals außerhalb Italiens eine Ausstellung über Herculaneum, der Nachbarstadt Pompejis, gezeigt. Die Schau informierte über diese luxuriöse römische Stadt und ihre Bewohner sowie über das Ausmaß und die Folgen der Naturkatastrophe von 79 n. Chr.. Im Rahmen ihrer Projektförderung unterstützte die Stiftung diese großartige Ausstellung, die nahezu 130.000 Besucher in ihren Bann zog.Durch den Untergang der römischen Vormachtstellung östlich des Rheins blieben die Germanen für Jahrhunderte von der hochentwickelten römischen Kultur ausgeschlossen.

Herculaneum
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